| MINT-Förderung

Bildungsministerin Dr. Stefanie Hubig: „Wir knüpfen das MINT-Netz in Rheinland-Pfalz weiter“ – Jahrestagung der Regionen zeigt starke Projekte für Berufsorientierung und gegen Fachkräftemangel

„Rheinland-Pfalz ist ein starkes MINT-Land, weil hier viele Partner aus Land, Kommunen, Wissenschaft und Wirtschaft an einem Strang in dieselbe Richtung ziehen“, sagt Bildungsministerin Dr. Stefanie Hubig. „Unsere 2016 entworfene MINT-Strategie trägt bereits Früchte, wie der steigende Anteil von MINT-Lehramtsstudierenden gerade erst belegt hat.“
Diskussionsrunde beim MINT-Regionentag in Bingen mit Wissenschaftsstaatssekretär Dr. Dennis Alt, Wirtschaftsstaatssekretärin Petra Dick-Walther, Umweltministerin Katrin Eder und Bildungsministerin Dr. Stefanie Hubig (von links).

„Aber wir wollen noch besser werden: Weil die Stärkung der Bildung in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik viel mit Vernetzung zu tun hat, hat das Ministerium für Bildung seit 2018 zusammen mit dem Wissenschafts- und dem Wirtschaftsministerium den Ausbau der MINT-Regionen vorangetrieben. Seit knapp einem Jahr ist auch das Umweltministerium an dieser Kooperation beteiligt. Dieses Signal ist eindeutig: Wir wollen Rheinland-Pfalz gemeinsam zu einem starken MINT-Land machen und dafür regionale MINT-Netzwerke und innovative MINT-Projekte fördern.“

Diesen Schulterschluss machten die Ministerien für Bildung, Klimaschutz, Wissenschaft und Wirtschaft am Montag in Bingen deutlich, wo sich die rheinland-pfälzischen MINT-Regionen an der dortigen Technischen Hochschule zu ihrer Jahrestagung trafen. Seit 2019 wurden in Rheinland-Pfalz insgesamt neun MINT-Regionen sowie elf regionale MINT-Projekte mit einer Gesamtsumme von bis zu 380.000 Euro gefördert. In den Jahren 2019 bis 2024 wurden und werden die mittlerweile fünf MINT-Regionen sowie elf regionale MINT-Projekte mit einer Gesamtsumme von mehr als einer halben Million Euro gefördert. Insgesamt werden im laufenden und im kommenden Jahr über 110 MINT-Akteure vernetzen, die mit den geplanten MINT-Angeboten rund 11.000 Kinder und Jugendliche erreichen. „Das MINT-Netz in Rheinland-Pfalz ist und bleibt groß, dicht und stabil“, versicherte Hubig.

Im Mittelpunkt der Tagung in Bingen stand dabei praxisnaher Wissenstransfer zwischen Schulen, Hochschulen, Wirtschaft, Kommunen und Initiativen im Bereich der Bildung für nachhaltige Entwicklung. „Hier geht es darum, anhand guter Beispiele für die Praxis zu lernen“, sagte Hubig den knapp 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. In der Podiumsdiskussion mit den vier Ministerien und zwei Projektträgern aus den geförderten MINT-Regionen wurde deutlich, wie wirksam beispielsweise Mentoringmodelle zwischen Schulen und Unternehmen sind, konkret am Beispiel des Projekts „MINT-Tandem“ in der Region Koblenz. Motivation und Begeisterung für die MINT-Bildung entfachen außerschulische Schülerforschungszentren – auch im ländlich geprägten Raum, wie das Beispiel SFZ Prümer Land in der Eifel belegt. Im Rahmen der Fachtagung wurden weitere erfolgreiche Projekte vorgestellt wie der Auf- und Ausbau von Makerspaces in Mainz und Mayen, das MINT-Festival in Neustadt an der Weinstraße oder das Hand-in-Hand-Gehen von MINT und Bildung für nachhaltige Entwicklung im Biosphärenreservat Pfälzerwald.

Um auch von bundesweiten Leuchttürmen zu lernen, leistete der Impulsvortrag zu den Erfolgsfaktoren regionaler MINT-Bildung von Markus Rempe, Vorstandsvorsitzender der Lippe Bildung eG, wichtige Impulse für die MINT-Landschaft in Rheinland-Pfalz.

Durch die Fachtagung wurde erneut deutlich, welche Synergien und Innovationskraft in der regionalen Vernetzung zwischen Schulen und außerschulischen MINT-Initiativen stecken. „Die Schulen profitieren davon, dass in den Regionen vorhandene, außerschulische MINT-Angebote auf- oder ausgebaut werden können und diese Angebote ganz konkret in Form von Projekten, AGs oder im Rahmen des Ganztagsangebots oder im Bereich der Berufsorientierung integriert werden können. Dies wiederum hat sehr starke Auswirkungen auf die Schulentwicklung und schulische Profilbildung. Im Bundesvergleich liegen wir beispielsweise auf Platz drei der zertifizierten, MINT freundlichen Schulen“, so Bildungsministerin Dr. Stefanie Hubig.

Seit einem Jahr kooperiert auch das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität bei der regionalen MINT-Förderung, da sich an der Schnittstelle zwischen MINT-Bildung und Bildung für nachhaltige Entwicklung vielfältige Synergie ergeben. „Damit unsere Umwelt mit all ihrer Artenvielfalt und ihren Ressourcen noch möglichst lange erhalten bleibt, brauchen wir nachhaltige Lösungen, wie ein gutes Leben für alle möglich ist. Sei es beim Holzbau, bei der Entwicklung von Recyclingverfahren oder bei der Planung von Solaranlagen – Wissen und Fähigkeiten aus dem MINT-Bereich sind ein wichtiger Schlüssel, um nachhaltige Verfahren und Produkte in unseren Alltag zu integrieren und Ideen zu entwickeln, wie wir unseren Planeten noch lange erhalten können“, so Klimaschutzministerin Katrin Eder.

Auch für den Wirtschaftsstandort Rheinland-Pfalz ergeben sich durch die regionale MINT-Förderung viele Mehrwerte durch die Projekte. „Für die wirtschaftliche Entwick-lung in Rheinland-Pfalz sind die Themenbereiche Mathematik, Informatik, Naturwis-senschaft und Technik von entscheidender Bedeutung. Sie bestimmen maßgeblich den wirtschaftlichen Erfolg eines Landes“, so Wirtschaftsstaatssekretärin Petra Dick-Walther. MINT-Berufe bieten jungen Menschen zukunftsweisende, spannende Betätigungsfelder und hervorragende Karriereaussichten. „Unser Ziel ist es, das Interesse junger Menschen – insbesondere auch von Mädchen und jungen Frauen – für die MINT-Fächer zu wecken, sie für eine Ausbildung im MINT-Bereich zu sensibilisieren und für sie gute Berufs- und Karrierewege zu eröffnen“, sagte Dick-Walther. Die MINT-Regionen-Förderung leiste mit dem Förderwettbewerb regionale MINT-Netzwerke dazu einen wichtigen Beitrag.

Eine möglichst passgenaue Studienorientierung ist für den Wissenschaftsstandort Rheinland-Pfalz ebenfalls von hoher Bedeutung. „Für die rheinland-pfälzischen Hochschulen ist die MINT-Förderung schon seit Jahren ein Thema. Wir brauchen Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler um den aktuellen Themen wie Klimaschutz, Digitalisierung oder auch der Bekämpfung neuer Krankheiten begegnen zu können“, betont Staatssekretär Dr. Denis Alt. „Die Landesregierung fördert an den zwölf staatlichen Hochschulen zahlreiche verschiedene Projekte, um diese Kompetenz weiter auszubauen. Insbesondere die Hochschulen mit MINT-Fächerspektrum, kümmern sich intensiv um den MINT-Nachwuchs mit verschiedenen Coaching- oder Mentoring-Angeboten sowie Veranstaltungen für Schülerinnen und Schüler", betonte Dr. Denis Alt, Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft und Gesundheit. „Wir haben uns gerne mit dem Bildungs-, dem Wirtschafts- und dem Klimaschutzministerium zusammengetan, um die vorhandene Expertise unserer Hochschulen entlang der Bildungskette in die Regionen und regionale Projekte zu transportieren und so gemeinsam die MINT-Förderung in die Fläche zu tragen,“ so Alt weiter. Er erklärte: „Studierende sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler tragen ihr Wissen und ihre Kompetenz beispielsweise in Kitas und Schulen und zeigen anschaulich, wie Krankheiten in einem Labor analysiert werden können oder was wir tun können, um dem Klimawandel zu begegnen."

Ab dem Frühjahr 2024 wird das erfolgreiche Förderprogramm für den Auf- und Ausbau von MINT-Regionen und innovativen regionalen Projekten erneut ausgeschrieben. Interessierte Projektträger können sich bereits jetzt an die landeseigene MINT-Geschäftsstelle wenden, um sich zu inhaltlichen und fördertechnischen Fragen beraten zu lassen. Kontaktdaten sowie weiterführende Informationen zu den Angeboten der MINT-Geschäftsstelle erhalten Sie unter www.mint.rlp.de.

Informationen und Kennzahlen zur Wirksamkeit der rheinland-pfälzischen MINT-Bildung: https://bm.rlp.de/service/pressemitteilungen/detail/mint-laeuft-und-wirkt-hoeherer-anteil-bei-studienanfaengern-mehr-maedchen-und-frauen-in-technik-und-naturwissenschaften.

#Themen

Bildung, Kita, Schule, MINT

Teilen

Zurück